News

Teil 2 Graffiti und Street Art im Zeichen der Sterblichkeit

STMTS„You will never catch me!“

Stamatis (auch STMTS) ist ein in Athen beheimateter Künstler, der seit 2012 Street-Art macht. Stamatis, der an der Athener Kunsthochschule studiert, möchte mit seiner Arbeit der stimmlosen Generation Gehör verschaffen. Kinder male er, weil sie unschuldig und frei seien, sagte er einmal.

Foto: Verena Brunnbauer

In der Trauer müssen wir in einer gewissen Weise neue Wege finden. Manchmal stupst uns der Tod unverhofft an. Der Clown macht uns vor wie sich aus der ver-rückten Welt neue Wege und Lösungen ergeben. Der Clown kann unbedarft neue Wege ausprobieren, anstupsen und sich auf alle Gefühle wertfrei einlassen. Durch das Spiel und den unbedarften Umgang mit der Trauer kann der Humor und das Lachen des Clowns eine wahre Kraft sein, den Widrigkeiten des Lebens bejahend gegenüberzustehen. Der Clown macht uns vor den Blickwinkel zu ändern, den Blick auf das Positive zu richten, neue Wege zu probieren.

Dazu möchte ich diese Geschichte erzählen: Die Verabschiedung des Verstorbenen hatte bereits stattgefunden, zu einem späteren Zeitpunkt war dann die Urnenbeisetzung im engsten Familienkreis. Der Weg zum Urnengrab war ziemlich weit, auf schottrigem Weg und führte noch dazu über eine Straße. Die Witwe konnte ohne Rollator nicht mehr laufen und das auch nur mehr sehr langsam. Die Familie wollte unbedingt, dass sie sich in einen Rollstuhl setzt oder in der Trauerhalle wartet. Das wollte die Witwe auf keinen Fall. Nach einigen Minuten Diskussion und anschließendem Gespräch meinerseits mit der Witwe, wo sie mir erzählte ihr Mann hat sie immer auf Händen getragen und sie überall hin begleitet, egal wie lange es gedauert hat, habe ich folgendes vorgeschlagen: die Witwe könnte sich auf den Rollator setzen und in den Händen die Urne ihres Mannes tragen. So könnte sie jetzt ihren Mann auf Händen tragen. Nach kurzem Überlegen waren alle einverstanden und so haben der Sohn und ich die Witwe auf dem Rollator über den schottrigen Weg geschoben. Es muss ein göttliches Bild für alle abgegeben haben, vor allem dort, wo wir die Straße überquert haben. Auf dem Weg zum Grab haben wir gelacht und es wurden noch Geschichten über den Verstorbenen erzählt. Es war eine besondere Urnenbeisetzung, die mir immer wieder ein Lächeln ins Gesicht zaubert.